Plan B (Levonorgestrel) – Pille danach zur Notfallverhütung
Plan B mit Levonorgestrel ist ein Arzneimittel zur Notfallverhütung (“Pille danach”). Es wird eingesetzt, wenn eine Schwangerschaft möglicherweise durch ungeschützten Geschlechtsverkehr oder durch ein Versagen der Verhütungsmethode eingetreten sein könnte. Diese Seite gibt Ihnen verständliche, praktische Informationen zu Wirkung, Anwendung, Sicherheit und gesetzlichen Rahmenbedingungen in Deutschland.
| Aspekt | Information |
|---|---|
| Wirkstoff | Levonorgestrel |
| Art des Arzneimittels | Notfallverhütung (“Pille danach”) |
| Einnahme | In der Regel als Einzeldosis (je nach Präparat: 1 Tablette mit Levonorgestrel) |
| Wirksamkeitsfenster | Je früher, desto besser – ideal innerhalb von 12 Stunden; möglich bis 72 Stunden nach ungeschütztem Verkehr |
| Wichtigster Nutzen | Verschiebung/Verhinderung des Eisprungs |
| Weitere Verhütung | Nach der Einnahme ist bis zur nächsten Regel meist zusätzliche Verhütung mit Kondom/Barrieremethode erforderlich |
Wichtiger Hinweis
Notfallverhütung kann eine mögliche Schwangerschaft nicht immer verhindern. Sie ist am wirksamsten, wenn sie so früh wie möglich nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen wird. Wenn Ihre Periode stark ausbleibt, ungewöhnlich verläuft oder Sie starke Beschwerden haben, holen Sie sich bitte ärztlichen Rat.
Wie Plan B funktioniert: Wirkprinzip (Mechanismus of Action)
Levonorgestrel ist ein synthetisches Gestagen (ein Hormon). Plan B wirkt vor allem, indem es den Eisprung verzögert oder verhindert. Das bedeutet:
- Wenn der Eisprung noch nicht erfolgt ist: Levonorgestrel kann den Zeitpunkt des Eisprungs hinauszögern – dadurch kommt es oft zu keiner Befruchtung.
- Wenn der Eisprung bereits erfolgt ist: Das Mittel kann die bereits abgelaufene Phase meist weniger beeinflussen. Dann ist die Wirksamkeit geringer.
Plan B beeinflusst außerdem möglicherweise den Zervixschleim (Gebärmutterhals) und die Transportverhältnisse für Spermien, allerdings steht die Verzögerung des Eisprungs im Vordergrund.
Pharmakokinetik: Wie der Wirkstoff im Körper wirkt
Nach der Einnahme wird Levonorgestrel in der Regel relativ schnell aufgenommen. Die wichtigsten Punkte zur Orientierung:
- Resorption: Levonorgestrel wird nach oraler Gabe rasch in den Blutkreislauf aufgenommen.
- Wirkung im Zeitfenster: Für den maximalen Nutzen ist relevant, dass das Medikament früh nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen wird, damit es den Eisprung noch beeinflussen kann.
- Verteilung/Metabolismus: Der Wirkstoff wird in der Leber verstoffwechselt und anschließend ausgeschieden.
- Elimination: Die Ausscheidung erfolgt über Stoffwechselwege (u. a. über den Urin).
Die genaue Pharmakokinetik kann je nach individueller Situation variieren (z. B. Körpergewicht, Leberfunktion, Begleitmedikamente). Für die Praxis ist vor allem entscheidend: Je früher Sie Plan B einnehmen, desto besser.
Typische Anwendung: Wann wird Plan B eingesetzt?
Plan B dient zur Notfallverhütung in Situationen wie:
- Ungeplanter ungeschützter Geschlechtsverkehr
- Verhütungsmittel-Ausfall (z. B. gerissenes/gerutschtes Kondom)
- Vergessene Einnahme hormoneller Verhütungsmittel (je nach Präparat und Zeitpunkt)
- Fehler in der Anwendung einer Verhütungsmethode
- Wenn Sie nicht sicher sind, ob Sie ausreichend geschützt waren
Timing: So schnell wie möglich, aber mit klarer Orientierung
Levonorgestrel (Plan B) ist am wirksamsten, wenn es direkt nach dem ungeschützten Verkehr eingenommen wird. Als typische Orientierung gilt:
- Bestmöglich: innerhalb von 12 Stunden
- Noch wirksam: bis 72 Stunden (3 Tage) nach ungeschütztem Verkehr
Wenn Sie mehrere Gelegenheiten hatten (mehrere ungeschützte Kontakte im relevanten Zeitraum), kann die Wahl des “richtigen” Zeitpunkts komplex sein. In solchen Fällen ist das Wichtigste: nicht abwarten – und so schnell wie möglich nach dem letzten Risiko handeln.
Dosierung: Wie wird Plan B üblicherweise eingenommen?
In der üblichen Anwendung wird Plan B mit Levonorgestrel als Einzeldosis eingenommen, abhängig vom konkreten Produkt:
Allgemeine Orientierung: Einmalige Einnahme einer Tablette mit Levonorgestrel im Rahmen der zugelassenen Dosierung des jeweiligen Präparats.
- Einzeldosis: meist erfolgt die Einnahme als eine Tablette (je nach Stärke/Präparat).
- Warten/Auslassen: Sie sollten die Einnahme nicht “aufsparen”. Wenn Sie sie brauchen, nehmen Sie sie so früh wie möglich ein.
- Nach Einnahme: Verwenden Sie bis zur nächsten Regel (und je nach Situation auch länger) eine zusätzliche Verhütung (z. B. Kondom).
Hat Essen Einfluss? Wechselwirkung mit Lebensmitteln
In der Regel kann Plan B mit oder ohne Nahrung eingenommen werden. Falls Ihnen durch die Tablette übel wird, hilft manchmal:
- eine kleine Menge leicht verdauliches Essen
- ausreichend trinken
- die Einnahme mit einem Snack, wenn Sie zu Übelkeit neigen
Entscheidend bleibt aber das Timing: Wenn Sie Nahrung oder Übelkeit als Hindernis empfinden, nehmen Sie die Tablette trotzdem ein – kein unnötiges Zögern ist für die Wirksamkeit wichtiger.
Alkohol: Wie verhält es sich mit dem Trinken?
Ein direktes “Hemmnis” durch Alkohol ist für Levonorgestrel nicht in dem Sinne bekannt, dass Alkohol die Wirkung zuverlässig aufhebt. Allerdings kann Alkohol:
- Übelkeit/Schwindel verstärken
- die Konzentration mindern (z. B. bei Folgeplanungen)
Wenn Sie Alkohol konsumiert haben, ist es sinnvoll, ausreichend Wasser zu trinken und auf Ihren Körper zu achten. Bei anhaltender starker Übelkeit oder Beschwerden sollten Sie ärztlichen Rat einholen.
Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln
Bestimmte Medikamente können die Wirkung von Levonorgestrel abschwächen – insbesondere solche, die die Leberenzyme (z. B. Enzyme des Cytochrom-P450-Systems) stark beeinflussen. Das ist relevant, weil dadurch der Wirkstoff schneller abgebaut werden kann.
Beispiele für Wirkstoffgruppen, die die Wirksamkeit beeinflussen können
- Bestimmte Antiepileptika (z. B. Carbamazepin, Phenytoin, Barbiturate)
- Bestimmte HIV- oder Hepatitis-Therapien (je nach Wirkstoff)
- Rifampicin/rifamycinhaltige Antibiotika
- Johanniskraut (pflanzliches Arzneimittel zur Stimmungslage)
- Manche Wirkstoffe gegen Tuberkulose und andere starke Induktoren
Wenn Sie unsicher sind, ob Ihre Medikamente dazugehören, fragen Sie bitte in der Apotheke oder bei Ihrer Ärztin/Ihrem Arzt nach. In manchen Situationen kann eine andere Notfallverhütungsoption sinnvoll sein (siehe Abschnitt „Alternative Optionen“).
Indikationen: Für wen ist Plan B gedacht?
Plan B ist zur Notfallverhütung bei reproduktionsfähigen Personen vorgesehen. Typischerweise wird es verwendet, wenn nach einem potenziellen Risikokontakt eine Schwangerschaft verhindert werden soll.
Die konkrete Eignung hängt auch von Ihrer individuellen Situation ab, z. B. vom Zeitpunkt im Zyklus, von Körpergewicht/Adipositas, von Begleitmedikation und davon, ob bereits ein Eisprung erfolgt sein könnte.
Praktische Anwendungstipps (damit es „wirklich“ hilft)
- Sofort handeln: Nehmen Sie Plan B so schnell wie möglich nach dem Risiko ein.
- Kein Warten auf „die nächste Gelegenheit“: Notfallverhütung ist zeitkritisch.
- Wenn Sie sich übergeben müssen: Wenn innerhalb kurzer Zeit nach Einnahme Erbrechen auftritt, ist unklar, wie viel Wirkstoff aufgenommen wurde. In solchen Fällen sollten Sie zeitnah ärztliche oder apothekerliche Rücksprache halten, ob eine weitere Einnahme erforderlich ist.
- Regelblutung beachten: Es können Zwischenblutungen auftreten oder die Periode kann sich vorverlegen bzw. verzögern.
- Bis zur nächsten Regel zusätzlich verhüten: Verwenden Sie Kondome oder eine andere Barrieremethode, bis die Zyklusphase wieder sicher ist.
- Schwangerschaftstest: Wenn die Periode deutlich ausbleibt, untypisch ausfällt oder Sie Beschwerden haben, kann ein Schwangerschaftstest sinnvoll sein.
Sicherheit und Sicherheitsprofil: Was ist zu erwarten?
Plan B ist für die Notfallanwendung gedacht und gilt bei korrekter Anwendung im Allgemeinen als gut verträglich. Dennoch können Nebenwirkungen auftreten. Diese sind meist vorübergehend.
- Übelkeit
- Erbrechen
- Schwindel, Müdigkeit, Kopfschmerzen
- Zunahme/Spannungsgefühl in den Brüsten
- Unterbauchschmerzen
- Veränderungen der Blutung (Zwischenblutungen, stärkere/schwächere Blutung)
- Verzögerte oder frühere Periode
Bitte holen Sie zeitnah ärztlichen Rat, wenn:
- starke oder anhaltende Bauchschmerzen auftreten
- die Blutung sehr stark ist oder ungewöhnlich lange dauert
- Sie eine mögliche Schwangerschaft vermuten und starke Beschwerden haben
- Sie unsicher sind, ob die Einnahme aufgrund von Erbrechen/Wechselwirkungen erneut nötig ist
Alternative Optionen: Welche Notfallverhütung gibt es sonst?
Neben Levonorgestrel existieren weitere Methoden der Notfallverhütung. Die passende Option hängt von Faktoren wie Zeit seit dem Risiko, möglichem Einfluss von Medikamenten und individueller Situation ab.
- Ulipristalacetat (andere Pille danach): Kann in bestimmten Situationen eine höhere Wirksamkeit haben,
insbesondere wenn die Einnahme später erfolgt oder im Vergleich zu Levonorgestrel Unterschiede bestehen.
- Kupferspirale (insertion nach Notfallkriterien): Eine nicht-hormonelle Methode, die eine Schwangerschaft verhindern kann,
auch wenn sie später im Zeitfenster eingesetzt wird. Dies erfordert medizinische Durchführung.
Wenn Sie Wechselwirkungen mit Enzyminduktoren vermuten oder wenn die Einnahme relativ spät nach dem Risiko erfolgt, kann es sinnvoll sein, Optionen zu vergleichen. Eine Apotheke oder Ärztin/Arzt kann dabei helfen, die passende Strategie zu finden.
Markt- und Rechtskontext in Deutschland (aktuelle Einordnung)
Notfallverhütung mit Levonorgestrel wird in Deutschland üblicherweise über Apotheken abgegeben und ist als Arzneimittel zur Notfallverhütung im Handel verfügbar. Die tatsächliche Abgabe kann je nach Produktform, Verpackungsgröße und geltenden nationalen Regelungen variieren.
Für die rechtliche und praktische Verfügbarkeit sind jeweils die aktuellen Vorgaben zu Zulassung, Kennzeichnung und Abgaberegeln relevant. Bitte beachten Sie außerdem, dass sich Empfehlungen und Hinweise je nach wissenschaftlichem Erkenntnisstand und Leitlinien weiterentwickeln können.
„Neuste“ Orientierung: Was wird aktuell empfohlen?
Üblicherweise gilt in der modernen Beratung zur Notfallverhütung:
- Früher als später: Die Effektivität ist zeitabhängig – je schneller, desto besser.
- Berücksichtigung des Zykluszeitpunkts: Wenn der Eisprung nahe ist, kann die Wirksamkeit geringer sein.
- Beachtung von Wechselwirkungen: Enzyminduktoren können die Wirkung vermindern.
- Alternative prüfen: Bei ungünstigen Bedingungen kann eine andere Notfallmethode (z. B. Ulipristalacetat oder Kupferspirale) besser passen.
Diese Informationen sind eine patientenfreundliche Zusammenfassung. Für eine individuelle Einschätzung sind Apotheke und ärztlicher Rat wertvoll, insbesondere wenn Sie Medikamente einnehmen oder der Zeitabstand bereits größer ist.
Lieferung, Verfügbarkeit und Diskretion im Versand (Deutschland)
Plan B mit Levonorgestrel ist in Deutschland in der Regel über den Arzneimittelhandel verfügbar. Beim Onlinekauf können je nach Anbieter Aspekte wie Verfügbarkeit der Ware, Lieferzeit und Versandbedingungen variieren.
- Abholung/Versand: Viele Online-Apotheken liefern in Deutschland nach Hause.
- Diskretion: Seriöse Versanddienstleister achten auf einen sensiblen Versandprozess (je nach Anbieter).
- Lieferstatus: Sie erhalten üblicherweise eine Bestätigung und Tracking-Infos, sobald das Paket versandt wurde.
Da Notfallverhütung zeitkritisch ist, empfehlen wir: Bestellen Sie so früh wie möglich. Wenn die Lieferung nicht rechtzeitig möglich ist, sollten Sie parallel nach einer sofort verfügbaren Alternative in Ihrer Region suchen.
Häufige Fragen (FAQ)
Wie schnell wirkt Plan B?
Plan B wirkt vor allem über die Verzögerung des Eisprungs. Daher ist das Wirkfenster entscheidend: Je früher nach dem ungeschützten Verkehr die Einnahme erfolgt, desto besser sind die Chancen, dass der Eisprung beeinflusst wird.
Kann ich Plan B mehrfach einnehmen?
Grundsätzlich kann Plan B bei Bedarf erneut zur Notfallverhütung angewendet werden. Dennoch sollte es nicht als regelmäßige Verhütungsmethode gedacht sein. Wenn Notfallverhütung wiederholt nötig ist, kann es sinnvoll sein, eine langfristig passende Verhütung zu besprechen.
Was passiert mit meiner nächsten Periode?
Es kann zu Zwischenblutungen kommen oder die Periode kann sich um einige Tage vor- oder nachverlegen. Wenn die Blutung deutlich ausbleibt (z. B. mehrere Tage später als erwartet) oder wenn Sie Beschwerden haben, ist ein Schwangerschaftstest sinnvoll.
Kann Plan B eine bestehende Schwangerschaft beenden?
Plan B ist zur Verhinderung einer Schwangerschaft gedacht, indem es den Eisprung beeinflusst. Es wird nicht als Mittel eingesetzt, um eine bereits bestehende Schwangerschaft zu beenden.
Was ist, wenn ich mich kurz nach der Einnahme übergeben muss?
Dann könnte die Tablette nicht vollständig aufgenommen worden sein. Klären Sie bitte zeitnah mit Apotheke oder ärztlichem Dienst, ob eine erneute Einnahme erforderlich ist. Wichtig: Entscheiden Sie nicht “auf eigene Faust” ohne Rücksprache, insbesondere wenn es um den exakten Zeitpunkt geht.
Kann ich nach der Einnahme wieder ungeschützten Sex haben?
Nach der Einnahme ist nicht automatisch für den gesamten Zyklus ein zuverlässiger Verhütungsschutz gegeben. Verwenden Sie bis zur nächsten sicheren Periode/Regel weiterhin eine zusätzliche Verhütungsmethode (z. B. Kondome).
Wie verhält es sich mit Körpergewicht/Adipositas?
Die Wirksamkeit von Levonorgestrel kann durch verschiedene Faktoren beeinflusst werden, u. a. durch den Zeitpunkt im Zyklus. Bei höherem Körpergewicht kann die Wirksamkeit möglicherweise geringer ausfallen. Wenn Sie in diese Richtung unsicher sind, fragen Sie bitte in der Apotheke nach Alternativen oder einer Beratung.
Gibt es Wechselwirkungen mit meinen Medikamenten?
Ja, insbesondere bei Arzneimitteln, die Leberenzyme stark beeinflussen (z. B. bestimmte Antiepileptika, Rifampicin, Johanniskraut). Wenn Sie regelmäßig Medikamente einnehmen, halten Sie Rücksprache – oder nennen Sie in der Apotheke Ihre Wirkstoffe.
Ist Plan B für Jugendliche geeignet?
Plan B kann in der Notfallverhütung eingesetzt werden. Die Anwendung und Beratung hängen jedoch von individuellen Faktoren ab. Bei Fragen oder Unsicherheit (z. B. wegen Nebenwirkungen, Zyklus oder Begleitmedikation) kann eine Apotheke verständnisvoll unterstützen.
Merksätze für die Praxis
- Plan B so früh wie möglich nach dem Risiko einnehmen.
- Bis 72 Stunden nach ungeschütztem Verkehr ist Levonorgestrel in der Regel eine Option (je früher, desto besser).
- Wechselwirkungen beachten (v. a. Enzyminduktoren).
- Bis zur nächsten sicheren Periode zusätzlich verhüten.
- Bei starken oder anhaltenden Beschwerden medizinischen Rat einholen.

